Spieltag 8: Topspiel gerockt

TTV Edenkoben : TTV Neustadt  1:9

Wochenende, Arbeitsklamotten in die Ecke, ein schneller Imbiss und dann ab die Halle. So gestaltet sich der Alltag eines Tischtennisspielers. Wohl dem, der die passenden Klamotten und den richtigen Schläger eingepackt hat …

Die Mannen unserer Ersten meisterten diese Herausforderung mit Bravour und waren sogar vor dem Heimteam in der Halle. Anhand der Tatsache, dass sich tatsächlich alle Athleten zu Beginn einem ernsthaften Aufwärmprogramm unterzogen (Ergit drückte sich noch schnell die letzten Dönerreste rein) war abzulesen, dass kein Null-Acht-Fünfzehn-Spiel auf dem Programm stand.

Haupt-Leidenschaft der TTVler waren schon immer die Doppel. Zur Zeit harmonieren die Duos einfach prächtig, auch dank intensiver Paartherapie auf diversen Weinfesten. So lieferte Pärchen Nr.1 (Christian und Andy) gleich zu Beginn ein lusterzeugendes Vorspiel gegen Krueziu/Kopp ab. Die edenkobener Angriffsmaschine legten sie mit Umsicht und gehörig Schnittwechsel lahm (3:1 Sätze). Pärchen Nr. 2 (Sönke und Walde) ist kein Kandidat für langes Vorgeplänkel sondern spielte hopp oder top. Mal gewannen Gegner Kröger/Günthner die Oberhand, mal feuerten die TTVler Ball um Ball auf die Platte. Ein knapper und verdienter Sieg für das Neustadt-Duo (3:2 Sätze). Pärchen Nr. 3 (Sebbi und Jürgen) ließen Gegnerdoppel Kröger/Potz lediglich im ersten Satz gewähren, um dann die Schlinge in den Folgesätzen enger zu schnallen. Mit viel Eigeninitiative, Herzblut und tollen Spins erspielten sie den dritten Doppelsieg in Folge (3:1 Sätze).

Nach den Doppeln wurde erst einmal durchgeatmet. Für Außenstehende immer interessant zu beobachten welchen Routinen die Tischtennisakteure in dieser Phase folgen. Die ersten Vitaminbomben werden geschält, die Familienpackung Süßigkeiten geopfert, der dritte Klogang erledigt oder minutenlang über das vergangene Match geplaudert – die Varianten sind unzählig und einfach spannend. Doch irgendwann wird dann auch noch Tischtennis gespielt. Die Einzelbegegnungen starteten.

Edenkoben-Frontmann Ergit Krueziu forderte unseren Capitano Sebbi und es sollte ein rasantes Match werden. Wie gedopt ging Krueziu auf alle Bälle drauf. Sebbi reagierte mit drückenden Blocks und versuchte ebenfalls in den Angriff zu gelangen. Mit Highspeed-Tischtennis ging es hin und her, doch Sebbi gelang es nicht den gewünschten Zugriff zu erlangen und musste mit 0:3 Sätzen klein bei gegeben. Es muss am Doping-Döner gelegen haben 😉. Nicht minder rasant und noch spannender gestalteten Sönke und Gegner Tim Kröger ihre Partie. Erst kam Kröger nicht mit Sönkes Frontalangriff klar, dann schlug er mit erhöhter Noppensicherheit zu. Nach 2:1-Rückstand biss Sönke erst richtig zu. Mit beidseitigen Topspins hinter dem Tisch diktierte der neustadter Linkshänder den Spielverlauf und gewann mit 3:1 Sätzen, das war richtig stark!

Bei einem Zwischenstand von 4:1 Spielen aus neustadter Sicht ging Christian mit Rückenwind in sein Einzel. Kontrahent und Fastgeburtstagskind Ralf Günthner fand zuerst kein Mittel gegen die schnittigen Bälle des TTVlers, konnte dann aber seine Vorhand stärker einsetzen. Eine offene Partie in der Christian immer öfter in den Angriff ging und sich dabei sichtbar wohl hinter der Platte bewegte. Gepusht vom eigenen Fanclub rang er Günthner sehenswert mit 3:1 Sätzen nieder. Am Nebentisch schrieben Andy und Christian Kopp an einem spielerischen Krimi. Alle Sätze knapp, jeder Ball mit hohem Risiko gespielt, Brutal-Effet in den Bällen und tödliche Aufschläge. Der Edenkobener hatte ein Plus im druckvollen Angriffsspiel während der Neustadter mit wirkungsvollen Drallbällen punkete. Andy ging nach dem 2:2 Satzausgleich durch den spielstarken Kopp noch einmal in die vollen und gewann am Ende mit 3:2 Sätzen.

Zwischenstand 6:1 für Neustadt, es sah allerdings nur auf dem Papier klar aus. Weiter ging es mit dem Auftritt von Walde gegen Matthias Potz. Neustadter Vorhandpeitschen als Mittel gegen den gerne aus der Ballonabwehr agierenden Gegner. Zwischenzeitlich haderte der TTVler immer wieder mit seinen Schlägen, konnte aber überwiegend erfolgreich punkten und fightete sich zu einem 3:1 Satzsieg. Wenig Probleme hatte Jürgen, der Peter Kröger kaum Chancen bot, seinen wuchtigen Vorhandschwinger einzusetzen. Mit traumwandlerischer Sicherheit servierte er variabel und versenkte die Returns ohne Rückfahrschein auf dem Tisch. 3:0 Sätze – ein Statement.

Den Schlusspunkt setzte Sönke, der Ergit Krueziu zum Topspiel forderte. Dieser legte schon wieder los wie die Feuerwehr und holte sich motiviert den ersten Satz. Der TTVler blieb jedoch konzentriert und sehr beweglich am Tisch. Aus der Halbdistanz setze er in phantastischen Rallyes die entscheidenden Nadelstiche und gab das Spiel nicht mehr aus der Hand. Wenn Sönke den Ball voll trifft, hörst du nur noch ein Pfeifen – das war beeindruckend!

Schluss – aus – vorbei – 9:1 für Neustadt. In dieser Höhe sicherlich etwas übertrieben, gingen doch alle drei Fünfsatzmatches an den TTV. Der Sieg gegen eine Topmannschaft tat unserer Ersten sichtlich gut. Und Anerkennung an die Edenkobener, die nicht nur kampfstark dagegenhielten sondern im Anschluss für weiteres Spiel und Spaß zu haben waren. Bis weit in die Nacht wurde noch gemeinsam gezockt und geblödelt. So muss es sein, an einem Freitagabend …