Spieltag 10: Furioses Intermezzo zum Jahresstart

TTV Neustadt  : TTC Burrweiler  9:7

Schön gediegen die Rückrunde beginnen und sich so langsam eingrooven – so hätten es unsere TTVler gerne gehabt. Doch der Spielplan hat ein anderes Los bestellt. Es kamen die kampfstarken Burrweilerer, Mitaufstiegskandidaten und seit sieben Spielen ungeschlagen. Schon nach den ersten Bällen wurde deutlich, dass es heiß werden sollte – wie eigentlich immer, wenn es gegen „Burr“ geht. Und das Aufeinandertreffen sollte halten, was es versprach.

Wie schon in der Hinrunde spielten die Gäste ihre Doppelstärke aus. Speth/Lerch zerlegten unser Duo Sebbi/Jürgen (1:3 Sätze) und Richter/Hemberger rangen die Kampflöwen Walde/Oli (1:3 Sätze) nieder. Dagegen konnten Christian und Andy Revanche für die Vorrunde nehmen und das Doppel Gärtner/Ackermann mit 3:0 Sätzen in die Schranken weisen. Ein wichtiger Punkt um gegen die starken Gäste nicht unter die Räder zu kommen.

In den Einzeln startete es mit dem Klassiker Sebbi versus Manuel Lerch. Der TTV-Frontmann legte los wie ein gedopt, schmetterte und peitschte mit Rück- wie Vorhand und lag fix mit 2:0 Sätzen in Front. Doch dann bekam er Lerchs Aufschläge weniger in den Griff und der Burrer legte mit aggressiver Rückhand nach. Nach einem umkämpften 4. Satz (12:14) lief es nicht mehr für den TTVler und er musste Lerch das Spiel mit 2:3 Sätzen unglücklich überlassen. Besser lief es am Nebentisch für Andy, der sich mal wieder mit Jürgen Speths abartig spinnigen Tops beschäftigen durfte. Den mächtige Seitenschnitt neutralisierend ging er selbst in den Angriff über und holte mit 3:0 Sätzen den ersten Einzelsieg für Neustadt. Zwischenstand 2:3 für die Gäste.

Den Siegesimpuls nutzend lieferte auch Christian kampfstark einen weiteren Punkt. Gegner Torge Richter präsentierte sich an diesem Abend in guter Form und sicher im Angriff, doch der neustadter Allrounder brachte jeden Ball zurück auf den Tisch. Das viele Fischen wurde mit 3:0 Sätzen belohnt. Während dessen spielte sich Jürgen gegen Robin Gärtner in einen kleinen spielerischen Rausch. Holte er den ersten Satz noch glücklich, so souverän agierte er in der Folge. Keine Rückschlagfehler, mutige Spinbälle, platzierte Blocks – das perfekte Rezept für den Sieg (3:0 Sätze). Führungswechsel und 4:3 im Zwischenstand für die Hausherren.

Auch unser hinteres Paarkreuz war gewillt die Serie weiterzuführen, doch die Burrer lieferten dort eine beachtliche Leistung. Oli und Christoph Ackermann zeigten ein aufreibendes Match mit sehenswerten Ralleys. Beide in der Rückhand stark und im Topspin sicher, schenkten sie sich nichts. Nachdem der erste Satz unglücklich und auch der zweite sehr knapp verloren ging, bewies Oli Moral und erspielte sich den dritten Satz souverän. Im vierten hatte Christoph die Nase wieder knapp vorne und holte den Punkt nach Burrweiler (1:3 Sätze). Zur gleichen Zeit versuchte Walde mit Tim Hembergers Schnitt klarzukommen. Kein einfaches Unterfangen, denn dieser Unterschnitt schien aus der Hölle zu kommen. Walde riss sich fast den Arm beim Topspin aus und fraß immer wieder Effet. Einen Satz konnte er erspiele, der Rest ging verdient an Hemberger – starkes Spiel von ihm! Damit kippte die Führung wieder auf die Gästeseite, 4:5 insgesamt.

Ein nervenaufreibendes Spiel, besonders für die Zuschauer. Es wurde angefeuert, geflucht, geklatscht – tolle Fairplayatmosphäre auf beiden Seiten. In der zweiten Hälfte sollte es auch so bleiben. Zeit für die nächste Runde: Diesmal gab Sebbi bis um Ende richtig Gas. Jürgen Speth war noch gar nicht richtig in der Box, da hatte der TTVler bereits mit 3:0 Sätzen zugeschlagen. Er selbst konnte auch nicht glauben, was er abgeliefert hatte: Ein fast fehlerfreies Spiel. Auch Andy staunte nicht schlecht, musste aber selbst ran. Sein Spiel gegen Manuel Lerch war zeitlich wesentlich aufwändiger. Zudem sehr ausgeglichen und laufintensiv. Lerch war gut in Form und trommelte seine Rückhand immer wieder erfolgreich auf den Tisch. Doch Andy erspielte sich Vorteile durch seinen Aufschlag und mit ordentlich Ballsicherheit. Nach beherztem Fight siegte der Neustadter mit 3:1 Sätzen.

In einen ebenso großen Kampf stürzten sich Christian und Robin Gärtner. Ein munterer Mix aus Abwehr und Angriff, Stoppball und Brachialschuss. Nachdem der Burrer unseren Christian im ersten Satz überrumpelte, fing sich dieser und legte noch einen Gang zu. Jetzt kam die Ballonabwehr und auch die Schnittbälle verfehlten ihre Wirkung nicht. Spiel – Satz – Sieg Knopf (3:1 Sätze). Die Anzeigetafel zeigte folgerichtig eine erfreuliche 7:5-Führung für den TTV.

Doch leider stand etwas anderes im Drehbuch und es wurde nochmal eng … verdammt eng. Jürgen musste sich dem sicher und unbequem agierenden „Richter-Material“ mit 1:3 Sätzen beugen und auch Walde dem konsequent angreifenden Ackermann zum Sieg gratulieren (1:3 Sätze). So wurde aus der Führung ein 7:7-Zwischenstand. Nichts für schwache Gemüter.

Zeit für Nerven aus Stahl, staubfreie Beläge, schweißfreie Hände und mutiges Agieren. Genau dies zeigte Oli in der mitentscheidenden Partie gegen Tim Hemberger. Der erste Satz ging noch verloren, doch dann bekam der TTV-Routinier Hembergers Schnitt in den Griff. Eine offene Partie entwickelte sich und Oli blieb in den entscheidenden Phasen selbstsicher am Drücker. Unter begleitendem TTV-Jubel holte er den Sieg nach Hause. Zeit für das Schlussdoppel. Für die einen ein notwendiges Übel, für die anderen der Gipfel des Hobby-Sports. Zu letzteren zählt sicher das Doppelduo Christian/Andy, die waren heiß auf das Match. Doch auch die Burrer wirkten hochmotiviert und warfen Spitzendoppel Speth/Lerch in den Ring. Vom ersten Punkt an ging es zur Sache. Speth zog brutale Spins, Andy blockte scharf ins Eck, Lerch konterte mit schneller Rückhand, Christian warf sich mit Unterschnitt in den Ball … So verliefen viele Ballwechsel und die TTVler fischten wie die Bekloppten die Bälle von der Grundlinie. Der Einsatz wurde belohnt: Mit 3:1 Sätzen gewann das Duo, am Ende auch mit etwas Netzglück. Der Sieg war perfekt, 9:7 gewonnen!

Was ein Match – von beiden Teams. Zur besseren Verarbeitung begab man sich zum Griechen, das half 😉.