Lehre des 12. Spieltages: „Nur der frühe Vogel trifft den Ball.“

TTC Germersheim : TTV Neustadt   6:9

Sonntag-Morgen 9:00 Uhr in Germersheim. Müde Gesichter, Café-geschwängerte Hallenluft und übermotiviert adrenalinausdünstende Körper einzelner Frühaufsteher pflastern den Weg durch das Turnlokal hin zur Mannschaftsbank. Die einen sagen: „Geil, endlich wieder ein Morgenspiel“, den anderen entlockt selbst der derbste Sonntags-Witz lediglich ein warmes Lächeln. Die beschriebene Szenerie und die dadurch entstehende Atmosphäre alleine lohnt schon den Besuch in der Halle, soll im Folgenden jedoch nur Auszugsweise in diesen Bericht einfließen, denn der Schwerpunkt lag erwartungsgemäß im sportlichen Bereich.

Die Germersheimer mussten auf ihre Nummer 1 verzichten, waren aber aufgrund ihrer Ausgeglichenheit ein mehr als ernst zu nehmender Gegner. Zudem hatten diese in der Vorwoche den Tabellenzweiten Burrweiler besiegt. Und so ging es dann munter in die Doppelbegegnungen. Zur besten Knoppers-Zeit schafften es nur Sebbi und Andy ihr Doppel zu gewinnen. Zwei Doppel dagegen gingen an die Hausherren.

Die Einzelpartien folgten. Jonas, der aufgrund seiner enormen Ballsicherheit schon des öfteren als „Phänomen“ bezeichnet wurde, blockte mehr Topspins als Marc Zimmermann ziehen konnte und siegte mustergültig mit 3:0. Am Nebentisch schien Sebbi während seines Matches gegen den gut aufgelegten Julian Karcher die noch nachwirkenden Infos des Frühstücksfernsehens zu verarbeiten und ging mit 1:3 baden. Besser präsentierte sich Marius gegen Daniel Nasarow. Die im Doppel noch vermissten Drallspins gelangen ihm einwandfrei und sorgten für ein sicher-sanftes 3:1. Am Nebentisch gelang Andy wenig bis nichts. Gegen Florian Arbogast zog er mit 1:3 in die verfrühte Frühstückspause. Jetzt lag es am hinteren Paarkreuz den bisherigen Up-and-down-Ablauf zu unterbrechen. Frisch ausgepresst und hoch konzentriert zogen Hakan und Walde ans Buffet. Der mit neuen Belägen bestückte Walde („fühlt sich an wie neugeboren!“) steigerte sich gegen Philipp Ohlhoff und zog enorm harte Spins zum 3:1-Erfolg. Hakan beschäftigte Routinier „Charlie“ Rausch mit temporeichem Spiel und siegte ebenfalls mit 3:1 Sätzen. Halbzeitstand 5:4 für unsere Erste.

Im zweiten Durchgang konnten die Neustadter ihren knappen Vorsprung ausbauen. Zuerst fand Sebbi dank passender Mixtur aus Traubenzucker und Café wieder zu vertrauter Form (3:0 gegen Zimmermann), dann bestätigte Jonas seine zur Zeit bestechende Verfassung im ansehnlichsten Spiel des Morgens gegen Karcher. Beide, aufgrund ihres weichen Spiels und zusätzlicher Ballsicherheit zu ewigen Ballwechseln verdammt, lieferten sich ein klasse Match das mit 3:1 an Jonas ging. Inzwischen war Mittag.

In den darauf folgenden Partien des mittleren Paarkreuzes schafften es weder Andy („gibt´s hier Café?“) noch Marius ins Spiel zu finden und verloren folglich ihre Einzel. Beachtlich: Wieder zeigten Hakan und Waldemar volle Fokussierung als Antwortreaktion. Der eine über die ganze Distanz von 3:2 Sätzen (Typ Milchcafé), der andere mit einem schnellen 3:0 (Typ Espresso).

Damit siegte die Erste mit 9:6 und bleibt weiterhin Tabellenführer. Nur am Rande erwähnt und um möglichen Reaktionen vorzugreifen: es gibt wenig geileres als Tischtennis am Morgen 😉

3 Kommentare
  1. Klaus
    Klaus says:

    Zwischen Koffein-Junkies und Milch-Bubis

    Als Erstes mal: Chapeau für diese Leistung. Hätte man mich gefragt, ich hätte genau dieses Ergebnis getippt. Hatte ja das Vorrundenspiel gesehen, das war schon eine enge Kiste und nun noch der Heimvorteil der Germersch’mer. Somit sportlich alles im grünen Bereich.

    Einfach zu nehmen seid Ihr aber nicht. Braucht die zweite dringend einen Mentaltrainer, so hat man bei Euch das Gefühl, dass Ihr keinen Trainer braucht, sondern einen professionellen Barista , der Euch mit dem Zahnstocher Bärchen-Muster in den feinporigen Milchschaum Eures Kaffees zaubert.

    Dem Andy würde ich allerdings aufgrund seines temporären Schwächeanfalls vorübergehend dringend die Umstellung auf ein Elektrolytgetränk anraten. Den Inhalt einer voll geladenen 60 Ampere Autobatterie in eine 0,5 Liter Alu Trinkflasche umfüllen und die Flüssigkeit eine halbe Stunde vor Spielbeginn schluckweise aufnehmen.
    Ich bin überzeugt davon, dass man in kürzester Zeit nur noch vom Euro 6 Diesel-Andy sprechen wird.

    Aber ein Kompliment muss ich doch noch los werden: nach anfänglichen Startschwierigkeiten in Eurem Forum nimmt das ganze hier doch allmählich Fahrt auf. Im Einzelfall sind die Beiträge hier sogar schon besser als die sportlichen Leistungen, was die Leistungen als solche aber keinesfalls schmälern soll.

    Und zu dem abschliessenden Fazit „es gibt wenig geileres als Tischtennis am Morgen“ fällt mir nur ein:

    Mit Hörnchen auf dem Titelbild und schön geschäumter Latte
    Geht man gestärkt, voll Tatendrang, als Sieger von der Platte.

    Herzlichst

    Klaus

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  2. Wächter Uwe
    Wächter Uwe says:

    Guten Tag

    Tischtennis am Morgen ? Naja, auch das geht . Aber mit – Siegen – sieht man dem Sonntag Nachmittag viieeel leichter entgegen. Zumindest ist es mal bei mir so. Aber dieses unbeschreibliche Ereignis kann nur Tischtennis heißen !! Man wird diesen Sport nie genau verstehen — Aber es mach halt süchtig !! so bissl halt. Aber auch verrückt schön !! Smile

    ps. ließt man die Einträge von Andy und Klaus muss Tischtennis doch leicht sein —

    Oder ist es doch Talent ? Das frag ich mich oftmals nach einem Spiel .

    So Ende .. es reicht —

    Uwe
    LG
    Uwe

    Antworten
    • Klaus
      Klaus says:

      Tja Uwe, es ist wohl ein bisschen von allem. Aber könnte ich so gut Tischtennis spielen wie Kommentare schreiben, wäre ich bestimmt ein brauchbarer Ersatzspieler für das hintere Paarkreuz der 7. Herrenmannschaft, wenn mal wieder einer Sonntags früh von Mutti dazu verdonnert wird, sich um die Pommes und den Gockel in der Röhre zu kümmern.

      GlG
      Klaus

      Antworten

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